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Wo ist die Qualität der Qualitätszeitungen hin?!

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theaustrianguy
72
4 months agoBusy3 min read

Am Wochenende habe ich mich wie üblich durch diverse österreichische Zeitungen, die eigentlich gemeinhin als Qualitätsblätter angesehen werden gestöbert und musste mich nicht nur einmal fragen, wo die sogenannte Qualität eigentlich hin ist.

Eine dieser Zeitungen schreibt beispielsweise dass man sich an Leser richte,

die hohe Ansprüche an eine gründliche und umfassende Berichterstattung stellen

Wer solche Ansprüche an sich selbst stellt, sollte dann schon auch liefern, wie ich finde.


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Ein lesender Eidgenosse von Unsplash


Der böse Bitcoin...
Blickt man z.B. in die Sektion "Bitcoin" einer dieser Qualitätszeitungen, so haben dort die letzten sechs Beiträge allesamt mit Diebstahl oder Betrug zu tun. Während Berichte über OneCoin zumindest noch etwas mit Kryptowährungen ansich zu tun haben, so finden auch Berichte über die bekannte Microsoft-Service-Abzockmasche in diese Kategorie - und das, obwohl der Artikel weder etwas mit BTC oder immerhin Kryptos zu tun hat, noch eine dieser Themen im Artikel überhaupt vorkommt. Aber hey, Computer und Betrug, das muss doch passen bei diesem Bitcoin! Sehr gründlich und umfassend recherchiert, muss man schon sagen ;)

Die bösen Männer...
Mit einer gewissen Ironie sehe ich auch Artikel, wo bekrittelt wird, dass die gendergerechte Sprache in Medien und Nachrichten noch immer nicht präsent ist und weiterhin nur die bösen maskulinen Begriffe verwendet werden. Auch hier schafft es aber die eigene Zeitung nicht, diese gendergerechte Sprache umzusetzen. In den Schlagzeilen gibt es weiter nur Mörder, Betrüger, usw. - Die weiblichen Verbrecher gibt es also entweder nicht, oder man wertschätzt sie einfach nicht!

In dieses Themengebiet fällt für mich auch die in großer Regelmäßigkeit erscheinenden Gender-Paygap Artikel. Die knapp 20% Gehaltsunterschied, die sich durch diverse Faktoren großteils erklären lassen, posaunt man zwar gerne mit "Frauen verdienen 20% weniger als Männer" in die Welten des Schlagzeilenjungels hinaus und suggeriert so (zumindest in meinen Augen), dass Frauen für die selbe Arbeit 20% weniger Lohn bekommen. Gleichzeitig schreibt man aber in einem anderen Artikel über unliebsame Gruppen, dass diese sich einzelne Zahlen aus Studien herauspicken würden, um dies und jenes zu suggerieren. Natürlich ist auch Zensur bei anderen ganz, ganz schlimm - selbst Kommentare mit Links zu Studien des bereinigten Genderpaygaps zu löschen, ist aber schon ok.

...


Ich gebs zu, ich wollte mich einfach mal wieder über etwas aufregen, was mir fast tagtäglich ein Dorn im Auge ist: scheinheilige Doppelmoral! Ich bin gegen jegliche politische Extreme und selbstverständlich auch gegen wirkliche Gehaltsbenachteilungen nur des Geschlechts wegen, genauso wie gegen Diskriminierung durch Sprache.

Während letztere durch obig erwähnte Beispiele aber tatsächlich stattfindet (ÄrztInnen gibt es, MörderInnen aber nicht?!) ist diese aber meiner Meinung nach durch das generische Maskulinum nicht gegeben. (In meiner Schulzeit habe ich mich bei der Mehrzahl des weiblichen Wortes "die Person" genauso angesprochen gefühlt wie es sich meine Mitschülerinnen bei der Mehrzahl des männlichen Wortes "der Schüler" getan haben.

So, genug aufgeregt ;)


Liebe Grüße und einen schönen Abend,
Martin

SM

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